Nachbericht

Klimanotstand Aachen – Nachgefragt

Klimanotstand (c) Pixabay
Klimanotstand
Datum:
Fr 12. Jun 2020
Von:
Martin Stankwitz-Sybertz

Online-Podiumsdiskussion mit Aachener Lokalpolitikern

Klimanotstand: Was bedeutet das konkret und wie weit sind wir im Aachener Raum? Die Antwort, kurz und knapp: Die Zeit drängt, um auch auf lokaler Ebene Maßnahmen zur Senkung der CO2-Emissionen umzusetzen. Darüber waren sich Aachener Vertreter von sieben Parteien einig, als sie online mit 140 Frauen und Männern zusammentrafen.

Auf dem Podium einer Online-Veranstaltung der Bischöflichen Akademie mit der Evangelischen Erwachsenenbildung saßen am 8. Juni Matthias Achilles (Piraten), Christoph Allemand (UWG), Harald Baal (CDU), Peter Blum (FDP), Leo Deumens (Die Linke), Matthias Dopatka (SPD), Jöran Stettner (Die Grünen).

Peter Klafka von den Scientists for Future machte mit wenigen Grafiken deutlich, wie die Zeitverzögerung den Handlungsdruck für die verbleibende Jahre erhöht.

Die Ideen der Politiker zur Senkung der CO2 Emissionen waren sehr vielfältig, aber auch sehr unterschiedlich. In der Diskussion zeigte sich, dass es hier noch viel Klärungsbedarf gibt, um tragfähige Lösungen zu finden, die mehrheitsfähig sind. Herr Schellmat vom Runden Tisch Klimanotstand und ausgebildeter Bauingenieur, nannte aber auch Beispiel für Maßnahmen im Baubereich, die konsensfähig sind und große große Potentiale zur CO2 Einsparung bieten. Zudem sind diese kostenneutral umsetzbar, da sich diese durch Einsparungen im Energieverbrauch bezahlt machen.

Ulla Griepentrog, Vorsitzende des Umweltausschusses der Stadt Aachen, gab einen Überblick über den aktuellen Sachstand. Sie wünscht sich schon seit längerem mehr Tempo in der Umsetzung der notwendigen Maßnahmen und verwies auf die aktuelle Beschlussvorlage für ein „Integriertes Klimaschutzkonzept der Stadt Aachen“, das ab dem 23. Juni in den verschiedenen Ausschüssen beraten und am 26. August dem Stadtrat zum Beschluss vorgelegt werden soll. Die 180-seitige Vorlage enthält auch ein Handlungsprogramm mit primären Maßnahmen zur Umsetzung bis zum Jahr 2025. Christoph Allemand von der UWG forderte, dass die Bürger und Bürgerinnen an dem Wandlungsprozess beteiligt werden müssen, denn nur so wird es möglich sein, die Akzeptanz für die Maßnahmen zu erhöhen.

Raphaela Kell vom Runden Tisch Klimanotstand warnte, dass die Maßnahmen im Einzelnen aber nicht alleine zum langfristigen Erfolg führen werden. Sie betonte, dass ein grundsätzliches Umdenken notwendig und zu hinterfragen ist und ob das permanente Wachstum dem Menschen und der Umwelt dient.

Zum Abschluss verwies Martin Stankewitz, der Moderator der Online-Podiumsdiskussion, darauf dass die Frage der Wirtschafts- und Lebensweise in dem Film „System Error“ thematisiert wird, der vom Netzwerk Nachhaltigkeit am 17. Juni um 18 Uhr im Cineplex Kino gezeigt wird. Nach dem Film steht Richard Schieferdecker von der Gemeinwohl-Ökonomie Aachen zum Gespräch zur Verfügung.

Für die nächsten Wochen und Monate ist vom Runden Tisch Klimanotstand geplant, den Prozess weiter kritisch zu begleiten. Wahlprüfsteine und Interviews mit den Kandidatinnen und Kandidaten für die Bürgermeisterwahl werden demnächst auf der Internetseite des Runden Tisches Klimanotstand veröffentlicht.

mehr zum Film "System Error" (17.06.2020)

Links zum Thema:

Integriertes Klimaschutzkonzept der Stadt Aachen

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Internetseite des Runden Tisches Klimanotstand Aachen

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