"(Post-)Kolonialismus" unter die Lupe genommen - Zwei neue Veranstaltungsreihen

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Datum:
Fr. 30. Apr. 2021
Von:
Laura Büttgen

Wir laden Sie herzlich ein, die Veranstaltungen von zwei Veranstaltungsreihen zum Thema "(Post-)Kolonialismus" zu besuchen.  

 

"Aachen postkolonial. Verbindungen. Verflechtungen. Nachwirkungen."

 

Eine Veranstaltungsreihe des Bündnisses "Aachen postkolonial"

 

Vorwort

 

Bis heutzutage prägt der Kolonialismus als nahezu 500 Jahre andauernde europäische Fremdherrschaft das Weltgeschehen. Trotz der hart erkämpften Unabhängigkeiten ehemaliger Kolonien , sind die Folgen des Kolonialismus im globalen Süden und im globalen Norden immer noch feststellbar. Es zeigt sich, dass zwar politische Veränderungen und ein Normwandel auf nationaler Ebene wie auch in den internationalen Beziehungen angestoßen wurden, jedoch das Erbe des Kolonialismus in Form von rassistischen Wissensbeständen, Denkmustern und Stereotypen in den Köpfen der Menschen, in Staats- und Machtstrukturen sowie in Abhängigkeiten und Ungleichheiten weiterwirkt.

Dass auch Deutschland eine imperiale Kolonialmacht war und auf dem afrikanischen Kontinent zahlreiche Kolonien unterworfen und ihre Lebensräume zerstört hatte, ist wenig bekannt oder scheint weit weg. Dabei gibt es auch in Deutschland viele Orte mit einer kolonialen Geschichte. Spuren des Kolonialismus finden sich auch in Aachen allerorts, oftmals ohne dass sie als solche wahrgenommen werden. Sie prägen die Stadt, in der wir uns bewegen in vielfältiger Weise – und damit auch uns. 

Die Veranstaltungsreihe „Aachen postkolonial. Verbindungen. Verflechtungen. Nachwirkungen.“ möchte nicht nur Verbindungen zwischen Aachens Rolle im historischen Kolonialismus und unserem Alltag heute ziehen, sondern auch die Verbindungen, Verflechtungen und Nachwirkungen Aachens im Zusammenhang mit globalen gesellschaftlichen Entwicklungen betrachten. 

Unser im Jahr 2020 neu formiertes Bündnis, bestehend aus den Institutionen Bischöfliche Akademie des Bistums Aachen, VHS Aachen/Projekt NRWeltoffen und Pädagogisches Zentrum Aachen, möchte unter inhaltlicher und konzeptioneller Mitwirkung von Susanne Bücken, Sozialpädagogin Dipl./M.A. und Bildungswissenschaftlerin und Jan Röder, Dipl.-Sozialpädagoge und Geschichtswissenschaftler, den aktuellen wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Diskurs zum Thema (Post-)kolonialismus aufgreifen und Praktiker_innen, Expert_innen und Interessierte aus unterschiedlichen fachlichen Kontexten in Aachen und darüber hinaus innerhalb unterschiedlicher Veranstaltungsformate zum kritischen Nachdenken anregen und in Austausch miteinander bringen.  Das Pädagogische Zentrum Aachen (PÄZ) bietet unter dem Motto „Anerkennung, Gerechtigkeit und Entwicklung“, dem Slogan der derzeitigen UN-Dekade für Menschen afrikanischer Herkunft, Veranstaltungen mit Empowerment-Aspekten an, die sich sowohl gezielt an eine afrodiasporische Zuhörer_innenschaft richten als auch anderen Interessierten offenstehen.

Vor diesem Hintergrund werden wir verschiedene Veranstaltungen mit kulturwissenschaftlichen, pädagogischen, historischen, und soziologischen Themenschwerpunkten aus einer postkolonialen Perspektive konkret und gesellschaftskritisch in den Blick nehmen. Mit dieser thematischen Vielfalt möchten wir eine breit gefächerte Zielgruppe adressieren: Schüler_innen, Studierende, Pädagog_innen, Kulturarbeitende, Politiker_innen, Wissenschaftler_innen und insgesamt alle interessierten Bürger_innen Aachens. Auf diese Weise möchten wir das Thema in und für Aachen platzieren, einen Wissenstransfer ermöglichen, neue Perspektiven eröffnen und einen Mehrwert für alle Beteiligten schaffen.

Besonderen Dank richten wir an die Aachener Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen, die die Schirmherrinnenschaft für diese Veranstaltungsreihe übernommen hat.

 

Wir wünschen Ihnen viel Spaß!


Ihr Bündnis „Aachen postkolonial“

Aachen, April 2021

 

Info und Anmeldung zur Auftaktveranstaltung am 06.05.2021

"Kolonialgespräche: Sklaverei 2.0. Diskurse über kulturelle, soziale und wirtschaftliche Aspekte vom Entwicklungsbegriff in der Postkolonialzeit" 

Eine Veranstaltungsreihe in Kooperation mit dem Nell-Breuning-Haus Herzogenrath

 

Vorwort

Seit dem Tod von George Floyd und der weltweiten „Black-Lives-Matter“-Bewegung werden Diskriminierung und Rassismus öffentlich in breitem Maße diskutiert.
Der Ruf nach kultureller, sozialer und wirtschaftlicher Gerechtigkeit wird laut vernehmbar.
Während diese Diskussionen mediale Aufmerksamkeit fanden, wurde die koloniale Vergangenheit in der öffentlichen Wahrnehmung nur marginal thematisiert und reflektiert. Dabei wirken ihre Folgen bis heute in den verschiedensten Bereichen nach und beeinflussen auch die großen Themen des 20. und 21. Jahrhunderts, wie Globalisierung, Flucht und Migration, Nachhaltigkeit und Klimawandel.
Vor diesem Hintergrund wollen wir in der Veranstaltungsreihe kulturelle, soziale und wirtschaftliche Aspekte von Entwicklung thematisieren und in diesem Kontext die Frage nach Gerechtigkeit diskutieren.
Welche Bedeutung hat der Begriff der „Entwicklung“ zwischen dem „reichen“ Norden und dem „armen" Süden, wie er beispielsweise in der Entwicklungs zusammenarbeit Anwendung findet? Führt Globalisierung bzw. „Entwicklung 2.0“ zu mehr Gerechtigkeit, zu einem stärkeren Wir-Gefühl? Welche Rolle spielen Frauen im Hinblick auf die Erinnerungskultur? Welche Rolle wird ihnen zugesprochen, welche Rollen beanspruchen sie für sich?
Die Kolonialgesprächewerfen einen Blick auf die Situation von Betroffenen in ausgewählten Bereichen und thematisieren Lösungsmöglichkeiten, persönliche wie strukturelle.


Wir laden Sie ein. Engagieren sie sich. Denn Menschen sind keine Ware.

Info und Anmeldung zur Auftaktveranstaltung am 11.05.2021