Startschuss - wir haben geöffnet!

Tag_der_Wiedereröffnung (c) bak
Tag_der_Wiedereröffnung
Datum:
Fr 22. Mai 2020
Von:
Christiane Bongartz
Liebe Gäste, liebe Freundinnen und Freunde der Bischöflichen Akademie,

manches bleibt gleich in diesen Wochen. Genau wie in meinem Osterbrief lautet „Wie geht es Ihnen?“ immer noch meine erste Frage an Sie – und sie bleibt die wichtigste. Ich hoffe weiterhin, dass Sie gut durch diese Zeit kommen!
Was sich jedoch verändert hat – und das ist eine gute Nachricht – ist, dass wir den Betrieb wieder aufgenommen haben - wir sind wieder geöffnet und für Sie da. Die Tür ist auf und Sie sind eingeladen, zu uns zu kommen! Zwei Wege stehen Ihnen dafür offen: eine Veranstaltung zu besuchen, die wir vorbereitet haben, oder einen unserer Räume für Ihre Zwecke zu nutzen.
Ist Ihnen aufgefallen,

  • dass die neuen Formen der Distanz, des Abstands wirken können wie Misstrauen? Sie können aber auch umgedeutet werden: als neue Formen der (Selbst-) Reflektion und der Aufmerksamkeit: Wie viel Platz nehme ich ein? Wie viel Platz brauchen die anderen? Nicht nur die eigene, auch und gerade die Sicherheit der anderen ist wichtig und unbedingt zu schützen.
  • dass man unter einer Mund-Nasen-Bedeckung zwar lächeln kann, dies aber vom anderen nicht gesehen wird? Wir schauen öfter und aufmerksamer in die Augen der anderen, denn etwas anderes lassen die Masken nicht zu. Und diesen Augenkontakt können wir wieder ermöglichen, verbunden mit Sprechen, Zuhören, Fragen, verbunden mit physischer Nähe in der Distanz von 1,5 Metern, aber gemeinsam in unseren Räumen.
  • dass in Videokonferenzen kein Augenkontakt entstehen kann? Die deutschjüdische Dichterin Hilde Domin schrieb folgende Zeilen: „Dein Ort ist / wo Augen dich ansehen / Wo sich Augen treffen / entstehst du.“ Die Bischöfliche Akademie kann auch in diesen „Wartezimmerzeiten“ (wir warten und wissen nicht, wann oder was sich ändern wird) „Dein/Ihr Ort“ sein.

Dies versuchen wir weiterhin in gewohnter Qualität mit unserem Programm, in dem miteinander gedacht und gesprochen wird, über Solidarität und Gerechtigkeit, mit dem Potential kollektiver Kreativität für Gegenwart und Zukunft. Und als Schulung der (Selbst-) Reflektion und Aufmerksamkeit, noch mehr als sonst füreinander und für das, was ansteht.
Den gesetzlichen Vorgaben entsprechend haben wir ein Hygienekonzept erstellt, das auf unserer Homepage www.bak-ac.de für Sie unter "Service" einsehbar ist. Bitte nehmen Sie dieses zur Kenntnis, bevor Sie uns besuchen. Auf den Fluren unseres Hauses muss laut dieser Vorgabe eine Maske getragen werden. Bitte bringen Sie eine Maske mit. Falls Sie eine Maske vergessen haben, können Sie eine zum Selbstkostenpreis bei uns erwerben.
Bitte beachten Sie auch, dass die Tagungskapazitäten derzeit stark eingeschränkt sind. Es stehen wesentlich weniger Plätze als sonst zur Verfügung. Daher arbeiten wir zurzeit an „hybriden Lösungen“, bei denen ein Teil der Gruppe vor Ort ist und ein anderer Teil über ein Videokonferenztool teilnimmt. Wir überprüfen alle unsere Planungen und entwickeln unsere Formate weiter.

Besonders empfehlen möchte ich Ihnen die Interviews auf unserer Homepage, die unsere Dozentin Dr. Laura Büttgen mit Menschen geführt hat, die mit uns zusammenarbeiten. Sie hat sie gefragt, wie sie mit der Corona-Krise umgehen und welche Chancen sie in der Krise sehen.
Abschließen möchte ich meinen Brief mit einem Satz, den ich kürzlich auf Twitter las: „I miss my friends, but I also miss strangers“. (übersetzt: Ich vermisse meine Freunde, aber ich vermisse auch Fremde) Das geht uns auch so. Kommen Sie also zu uns, wenn Sie uns kennen und auch, wenn Sie uns noch nicht kennen.

Wir freuen uns auf Sie!

Freundliche Grüße, 
Dr. Christiane Bongartz