Rückblick Barcamp – Digitalisierung Soziale Arbeit - Aachen 2021

Mit Mut und Ideen in eine menschenfreundliche Zukunft

Bei einem Barcamp in Aachen diskutierten 50 Fachleute aus der Sozialen Arbeit die Chancen und Grenzen der Digitalisierung

Die Digitalisierung erfasst immer mehr Lebensbereiche. Wie lässt sie sich menschlich gestalten? Zu dieser Frage steckten am 23. und 24. September in Aachen rund 50 Menschen ihre Köpfe zusammen, die sich beruflich in der Sozialen Arbeit engagieren. Sie diskutierten Chancen und Grenzen der Digitalisierung in der Beratung, Begleitung und Unterstützung unterschiedlichster Bevölkerungsgruppen.

Veranstalter des Barcamps in der Bischöflichen Akademie: die StädteRegion Aachen. Dr. Michael Ziemons ist Dezernent für Gesundheit, Soziales und Digitalisierung. Aus eigener Anschauung weiß er, was auf die soziale Landschaft zukommt: Behörden müssen laut Gesetz bis Ende 2022 viele hundert Vorgänge digitalisiert haben. Damit dies bürger- und bedienungsfreundlich geschieht, braucht Ziemons eine aktive Mitwirkung aus dem Bereich der Sozialen Arbeit.

Dieses Mammutprojekt aus der Betroffenheit als zuständiger Dezernent ist aber nur ein Beispiel. Im Kern sind alle Träger der sozialen Arbeit vor solche Fragen gestellt: Wie können wir die Chancen in der Digitalisierung nutzen, das menschenfreundliche Potenzial von Technologien ausschöpfen, uns bei formalen Verwaltungsvorgängen, unnötigen Wartezeiten und Fahrten entlasten? Gut konzipiert und eingesetzt, können Informations- und Kommunikationstechnologien ein Segen sein.

Im Barcamp trugen Impulsgebende und Teilnehmende ihre Gedanken, Ideen und Vorschläge zusammen. Ein reicher Strauß an Themen lag auf dem Tisch: mit Podcasts am Puls der Zeit sein, barrierefreie Medien entwickeln, über Social Media junge Menschen erreichen, digitale Lernorte für Senioren anbieten und gute Lösungen für das eigene Wissensmanagement finden, und vieles mehr. Verbindende Linien: Nicht die Risiken, sondern die Chancen standen im Vordergrund.

Weiteren Rückenwind für die Frauen und Männer aus der Sozialen Arbeit gab die Aachener Unternehmens- und Politikberaterin Andera Gadeib. Sich passgenau aus dem Meer der digitalen Möglichkeiten zu bedienen, einfach mal zu beginnen, ohne Anspruch auf Perfektion, lautete ihr Plädoyer. Und, zweiter Gedanke: nicht einfach alles wie bisher machen, halt nur digital, sondern die eigenen Abläufe vor der Digitalisierung kritisch prüfen, im Sinne der Menschen, um die es geht.

Der Zug der Digitalisierung lasse sich nicht aufhalten, resümierte Dr. Michael Ziemons. Aus seiner Arbeit als Dezernent kennt er viele Beispiele, die das menschenfreundliche Potenzial der Technologie aufzeigen. Beispiel Altenhilfe: Das Videokonferieren mit Angehörigen, das wegen Corona eine Zeit lang die einzige Chance des Kontaktes darstellte, möchten viele Bewohner von Seniorenzentren auch jetzt nicht missen. Das Digitale und das Internet gehen nicht mehr weg, betonte Ziemons.

Die Freude am interdisziplinären Austausch war mit Händen greifbar bei diesem Barcamp. Dieses Format der Vernetzung und gegenseitigen Inspiration soll daher nächstes Jahr fortgeführt werden, kündigte der Dezernent der StädteRegion an. Neben der freien Wohlfahrtspflege sollen dann weitere Kooperationspartner mit an Bord sein, damit die Reichweite steigt. Schließlich geht es darum, die von allen vernetzt geleistete Arbeit mit den Menschen gemeinsam stetig weiterzuentwickeln.

 

Do., 23.09.2021 (13 Uhr) bis Fr., 24.09.2021 (14 Uhr)

Worum geht es?

Durch die Digitalisierung verändern sich fast alle Lebensbereiche, wie z.B. Arbeitswelt, Freizeit, Konsum, Wohnen, soziale Beziehungen und auch die soziale Arbeit. Angetrieben wird die Digitalisierung durch Innovationen, die auch für die Soziale Arbeit relevant sind, Auswirkungen auf die Zielgruppen haben bzw. auch von der Sozialen Arbeit genutzt werden können.

Eine wichtige gesellschaftliche Frage ist: Wie wird der Wandel gelingen? Welche Auswirkungen haben diese und andere gesellschaftliche Veränderungen auf die Menschen und die Arbeitsfelder, wie Pflege, Jugendhilfe, Behindertenhilfe, Wohnungslosenarbeit und andere Arbeitsbereiche? Wie positionieren sich die sozialen Verbände und Institutionen zu diesen gesellschaftlichen Entwicklungen und wie gelingt es in den Arbeitsfeldern eine sinnvolle Nutzung der Digitalisierung voran zu bringen? Mit diesen und weiteren Fragen will sich das Barcamp „Digitalisierung Soziale Arbeit“ beschäftigen.

An wen richtet sich das Barcamp „Digitalisierung Soziale Arbeit“?

An alle, die soziale Arbeit verrichten (z.B. Mitarbeitende von entsprechenden Einrichtungen, Verbänden und Institutionen), Empfänger*innen von sozialer Arbeit sowie an alle, die an dieser Thematik interessiert sind. Studierende und Social Startups sind natürlich ebenfalls herzlich willkommen!

 

Was ist ein BarCamp?

Ein Barcamp ist eine grundsätzlich für alle offene Art von Konferenz, bei der die Teilnehmenden gleichzeitig Akteure sind. Es besteht aus Vorträgen und Diskussionsrunden (sogenannte Sessions), die zu Beginn der Veranstaltung durch die Teilnehmer*innen selbst eingebracht werden. Alle Teilnehmer*innen sind eingeladen, sich aktiv in Sessions einzubringen und anzubieten. Bereits jetzt werden Sessiongeber*innen gesucht, so dass schon früh sichtbar wird, welche Themen vertreten sind. Aber auch tagesaktuell können Sessionvorschläge eingebracht und angeboten werden.
Ein Barcamp lebt davon Wissen zu teilen und auszutauschen. Die Teilnehmenden entscheiden am Tag selber, welche Sessions Sie besuchen. Die Ergebnisse der Sessions werden online dokumentiert und stehen allen Teilnehmer*innen unmittelbar digital zur Verfügung.

Was bedeutet das, eine Session einzureichen?

Im Prinzip bedeutet eine Session anzubieten, dass Sie einen Zeitrahmen von 45 Minuten mit einen Thema belegen können. Das Thema kann ausgearbeitet und mit einem Input oder einer Präsentation (sinnvoll nicht länger al 10-15 Min.) von Ihnen angereichert werden, es kann aber auch einfach nur ein Diskussionsanstoß oder eine Frage sein, die mit den Teilnehmenden diskutiert wird.

Ideen für Sessions können sich auch erst  im Laufe des ersten Barcamptages ergeben. So dass am zweiten Tag erneut Sessionangebote aufgegriffen werden.

Programmablauf

Do., 23.09.2021 (Beginn 13 Uhr)

13:00       Anreise /Empfang
13:30       Eröffnung, Vorstellungsrunde, Sessionaufteilung
15:00       Session #1
16:30       Session #2
18:00       Zeit für informellen Austausch bei einem Imbiss und kulturellem  Programm
20:00       Ende

 

Fr., 24.09.2021 (Ende 14 Uhr)

8:30         Anreise / Stehkaffee
09:00       Sessionplanung Tag 2
10:00       Session #3
11:30       Session #4
13:00       Keynote von Andera Gadeib, Aachen (Digitalpionierin, mehrfache Unternehmerin und Autorin)
                 Abschluss: Dr. Michael Ziemons und Feedback 
13:30       Imbiss und  Ende der Veranstaltung

Veranstaltungsort: Bischöfliche Akademie Aachen, Leonhardstr. 18-20, 52064 Aachen

 

Kosten

25,00 € Teilnahmegebühr pro Person

37,40 € Übernachtung im EZ mit Frühstück kann auf Wunsch zusätzlich gebucht werden

27,40 € Übernachtung im DZ mit Frühstück kann auf Wunsch zusätzlich gebucht werden (pro Person)

 

Für Sessiongeber*innen

Um an den Barcamp-Tagen zügig voranzukommen, bitten wir möglichst viele Personen, schon vorab ein Sessionthema einzureichen. Dies erfolgt zunächst per E-Mail (s.u.) und im weiteren Verlauf der Vorbereitungen über ein digitales Portal. Das erleichtert die Planung und Durchführung und gibt den anderen Interessierten schon einmal einen guten Einblick in das, was sie erwartet.