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Newsletter der Bischöflichen Akademie im Bistum Aachen
 
  
  
 
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24. Juli 2024

 
 
 
 
Liebe Interessierte an der Arbeit unserer Akademie, liebe Freundinnen und Freunde, liebe Gäste,
 

wie lässt sich in diesen angespannten Zeiten und vielleicht auch im Aufwind von Ostern Sinn und Halt finden? Wir beschäftigen uns damit nicht zuletzt in einer Akademieveranstaltung in diesem Monat. 

In ihrem Gedicht „Der Moment“ schrieb die
Lyrikerin Rose Ausländer (1901-1988): 
„Der Moment ist mein Flügel
zum Flügel des nächsten Moments.“

So geht es „im Moment“ vielen: Mit den Krisen der letzten Jahre ist die Zukunftsplanung brüchiger geworden. 

Welche Erwartungen haben die Menschen in Deutschland an die Zukunft der Kirche? Danach hat die evangelische Kirche in Deutschland letztes Jahr erstmals unter Mitwirkung der katholischen gefragt. Die sechste Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung liefert Ergebnisse, die unter der These „Kirche ist Zukunft“ plakativ zusammengefasst sind. Nach den Missbrauchsstudien flattern beide Kirchen mit gebrochenen Flügeln in ihre mögliche Zukunft. Die Reihe „Wiedervorlage: Aufarbeitung (Macht)Missbrauch“ guckt weiterhin darauf und widmet sich in diesem Monat der spirituellen Autonomie. 

Im Jahr 2022 erschien das Buch „Zukünfte gestalten – Spekulation. Kritik. Innovation“, die zugehörige Website bietet Vorlagen für die Planung an, Szenarien und Narrative. Institute und wissenschaftliche Gremien, die mit „Zukunftsforschung“ gestartet sind, gehen mehreren möglichen „Zukünften“ auf die Spur, so auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. In ein Schreiblabor dazu ist im Jahr 2011 Äbtissin Christiana Reemts gegangen und hat ein Tagebuch verfasst, das in der damaligen Zukunft spielt, genau in unserer Gegenwart. Monatlich besprechen wir (mit ihr und ohne sie), wie sie sich „die Zukunft“ vorgestellt hat. 

„Der Moment ist mein Flügel.“ Aus ihrer Biographie erschließt sich diese Zeile von Rose Ausländer sofort. Als Rosalie Beatrice Ruth Scherzer 1901 in Czernowitz, damals Österreich, geboren und durch die Heirat 1923 zu Rose Ausländer geworden, erlebte die Lyrikerin die Kriegsjahre von 1941 an im Getto ihrer Geburtsstadt in Zwangsarbeit und Todesangst. „Die Biographie Rose Ausländers ist von den Katastrophen des 20. Jahrhunderts stigmatisiert, und sie zeigt dieses Jahrhundert insgesamt als ein Jahrhundert der Not, der Verfolgung des Menschen, der Vertreibung“ (Walter Schmitz, „Wo ist Heimat“. Rose Ausländer und die intellektuelle Migration aus Czernowitz). 

Welche Stigmata wird das 21. Jahrhundert tragen? Flucht und Migration zeichnen sich bereits erkennbar ab, Schöpfungsverantwortung und Nachhaltigkeit. Auch über diese beiden Themenkreise können Sie sich bei uns im April austauschen. 

Im April 1944 befreiten sowjetische Truppen die wenigen überlebenden Jüdinnen und Juden aus dem Getto in Czernowitz, darunter Rose Ausländer. 80 Jahre später ist es in Deutschland weiterhin Thema, an der Seite der jüdischen Gläubigen zu sein. Als ein Signal dazu werden der Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt und die jüdischen Gemeinschaften in Europa am 9. Mai 2024 mit dem Internationalen Karlspreis zu Aachen ausgezeichnet. Im April begleiten wir das Rahmenprogramm mit zahlreichen Veranstaltungen. 

„Flügel und Gewissen“: Angesichts unseres Jahresthemas versuchen wir, die Zuversicht von Ostern in Bewegung zu übersetzen und dabei nicht die Bodenhaftung zu verlieren. 

„Ich habe nichts als den Flügel.
Ich habe nichts als die Schöpfung.
Ich habe nichts als den Moment“ (Rose Ausländer). 

 

Österliche Segenswünsche und herzliche Grüße im Namen des Teams der Bischöflichen Akademie des Bistums Aachen

Dr. Angela Reinders, Direktorin

PS: Und da gibt es ja noch dieses Funfact aus der Abteilung Akademiegeschichte. Vor 45 Jahren, im Jahr 1979, fand eine Pilgerreise zu Ostern nach Rom und Assisi statt, geleitet von Prälat Philipp Boonen, dem ersten Akademiedirektor. Unter den Mitreisenden als Jugendliche: Angela Reinders.

 
 
Veranstaltungen im April
 
 
 
© Würzburger Dom
Die Samuelbücher – Online-Angebot an fünf Abenden
 
Jüdisch-christliches Bibellesen mit Tamar Avraham
 
Dienstag, 2. April 2024 19:00 - 20:30
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Mentorat Aachen statt, online an fünf Terminen.
Die beiden Samuelbücher schließen chronologisch an das Buch Josua an. Gemeinsam mit dem Buch der Richter zeichnen sie inhaltlich ein Gegenbild zu der im Buch Josua beschriebenen erfolgreichen Landnahme der Israeliten in Befolgung der göttlichen Anordnungen.
 

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Binge Watching
 
© LÆMON | Not Just A Jewel
Binge - der Serienzirkel: "Die Brücke"
 
Dienstag, 9. April 2024 19:00 - 21:00
Bereits in der dritten Staffel: Serien besprechen und deren Themen reflektieren. Gemeinsam Fragen stellen, Plots aufs eigene Leben beziehen und Popcorn genießen. Diesmal: "Die Brücke - Transit in den Tod".
 

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© Würzburger Dom
Die Samuelbücher – Online-Angebot an fünf Abenden
 
Jüdisch-christliches Bibellesen mit Tamar Avraham
 
Dienstag, 9. April 2024 19:00 - 20:30
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Mentorat Aachen statt, online an fünf Terminen.
Die beiden Samuelbücher schließen chronologisch an das Buch Josua an. Gemeinsam mit dem Buch der Richter zeichnen sie inhaltlich ein Gegenbild zu der im Buch Josua beschriebenen erfolgreichen Landnahme der Israeliten in Befolgung der göttlichen Anordnungen.
 

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Peter Lacroix (1924-2010), hier im Jahr 1973
 
© t Peter Lacroix/Galerie Am Elisengarten
Galerie Am Elisengarten und Bischöfliche Akademie
 
100 Jahre Peter Lacroix - Doppelausstellung
 
Donnerstag, 11. April 2024 - Samstag, 27. April 2024
Dies ist eine Kooperationsveranstaltung mit der Galerie Am Elisengarten, Aachen
Algorithmisch strukturiert und poetisch geheimnisvoll hat Peter Lacroix seine Kunst geschaffen. So berechnete er grafische Kunst aus Kassenbons und Porträts aus Zahlen, die einer Persönlichkeit zugeordnet sind, widmete sich immer weiter dem Zufall und nutzte den Würfel als Bildgenerator.
 

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Christian Knorr von Rosenroth, Kabbala Denudata, Band I.2, Sulzbach 1678, Figur 10
 
© Christian Knorr von Rosenroth
Seminar
 
Kabbala zwischen Judentum und Christentum
 
Donnerstag, 11. April 2024 19:00 - Freitag, 12. April 2024 15:00
Ein vertieftes Eintauchen in die Texte und Konzeptionen der kabbalistischen Lehren des Judentums. Grundkenntnisse der jüdischen Religion und hebräischen Sprache sind von Vorteil.
 

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Christian Knorr von Rosenroth, Kabbala Denudata, Band I.2, Sulzbach 1678, Figur 10
 
© Christian Knorr von Rosenroth
Vortrag
 
Kabbala zwischen Judentum und Christentum
 
Donnerstag, 11. April 2024 19:00 - 20:30
Dies ist eine Kooperationsveranstaltung der Stiftung Internationaler Karlspreis zu Aachen, der Stadt Aachen und der Bischöflichen Akademie des Bistums Aachen.
Die Faszination für die jüdische Mystik rückte durch Promis wie Sängerin Madonna oder Leonard Nimoy (Mister Spock) ins Zentrum medialen Interesses. Auf welchen jüdischen Quellen beruht sie?
 

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choir-pixabay
 
© pixabay
Ein Abend voller Gospel und mehr
 
Come and sing Hallelujah
 
Dienstag, 16. April 2024 18:00 - 21:00
Dieser Abend richtet sich an alle, die gerne eine erste Gospel-Erfahrung machen möchten. Vorkenntnisse sind dabei nicht erforderlich.
 

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Nice to meet Jew
 
© Europe Direct
Europa am Dienstag - Veranstaltung im Karlspreis-Rahmenprogramm
 
Nice to meet Jew – im Gespräch mit Hanna Veiler (Präsidentin der Jüdischen Studierendenunion)
 
Dienstag, 16. April 2024 19:00 - 20:30
Die Veranstaltungsreihe wird zusammen durchgeführt von EUROPE DIRECT Aachen, dem Europäischen Klassenzimmer der Route Charlemagne im Grashaus, dem Frauennetzwerk Aachen und der Bischöflichen Akademie des Bistums Aachen.
Eine persönliche Begegnung bewirkt, was tausend Bücher nicht leisten können: Gespräch mit der Präsidentin der Jüdischen Studierendenunion Deutschlands (JSUD).
 

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01 Inhaltsdokument A# 36588 ST (27.09.2023) Einwände Reihe - Reichtum. Macht. Demokratie_freigeg
 
© bak
Reihe "Einwände"
 
Auswege aus dem Wachstumszwang
 
Mittwoch, 17. April 2024 18:00 - 20:00
Eine Kooperationsveranstaltung von attac, Bischöflicher Akademie Aachen, Evangelischem Erwachsenenbildungswerk, Eine Welt Forum, LOGOI, Rosa Luxemburg Stiftung – Club Aachen und VHS Aachen.
Das 1,5-Grad- und selbst das Zwei-Grad-Ziel geraten in Gefahr. Die notwendigen Maßnahmen sind noch nicht beschlossen bzw. entfalten nur langsam die notwendige Wirkung.
 

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Burak Yilmaz
 
© Thekla Ehling/Agentur Focus/Suhrkamp Verlag
Lesung und Gespräch
 
Burak Yilmaz, "Ehrensache - Kämpfen gegen Judenhass"
 
Donnerstag, 18. April 2024 18:00 - 20:00
Dies ist eine Kooperationsveranstaltung mit dem Katechetischen Institut des Bistums Aachen im Rahmen der Verleihung des Karlspreises 2024.
Austausch mit dem Autor Burak Yilmaz, Initiator des Projekts "Junge Muslime in Auschwitz".
 

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Grenzzaun
 
© Amnesty International
Amnesty International Frühjahrsseminar
 
Aufbauseminar Flüchtlingsschutz in Europa - neuer Schwung?
 
Freitag, 19. April 2024 18:00 - Sonntag, 21. April 2024 13:00
In Zusammenarbeit mit Amnesty International und dem Jesuiten-Flüchtlingsdienst
Im Juni 2024 wird das Europäische Parlament neu gewählt. Dies gibt Gelegenheit dazu, eine erste Bilanz der bisherigen Entwicklungen im Flüchtlingsschutz auf der europäischen Ebene zu ziehen.
 

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Peter Lacroix (1924-2010), hier im Jahr 1973
 
© t Peter Lacroix/Galerie Am Elisengarten
Spiel mit Formen, Zahlen und Farben - 100 Jahre Peter Lacroix
 
Samstag, 20. April 2024 18:30 - 21:00
„Peter Lacroix gehörte zu den ungewöhnlichen und eigenwilligen Aachener Künstlern und wenn man ihn kannte, war neben seiner Kunst der Mensch Peter Lacroix ein Ereignis“ (Christine Vogt).
 

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Szenenfoto: 'Unorthodox' (Miniserie, Netflix)
 
© Netflix
Binge - der Serienzirkel: "Unorthodox"
 
Montag, 29. April 2024 19:00 - 21:00
Dieser Binge-Termin ist eine Kooperationsveranstaltung der Stiftung Internationaler Karlspreis zu Aachen, der Stadt Aachen und der Bischöflichen Akademie des Bistums Aachen.
Serien besprechen und deren Themen reflektieren. Gemeinsam Fragen stellen und Plots aufs eigene Leben beziehen. Diesmal: "Unorthodox".
 

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